21.07.2023

Schlachtung einer Ziege und ein Ausflug

Nach dem Frühstück – es gab den am Vortag ausgenommenen Zander – wurde die Ziege geschlachtet. Nach muslimischer Art wurde Allah gedankt, das Tier mit einem Kehlkopfschnitt getötet und ausbluten gelassen. Dann wurde der Kopf abgetrennt. Um das Fell gut vom Körper lösen zu können, wurde das Fell am Gelenk der Hinterläufe eingeschnitten und dann das Gelenk gebrochen. Dadurch wurden die Knochen der Oberschenkel freigelegt und das Tier konnte daran “kopfüber” aufgehängt werden.

Die Hoden wurden abetrennt und dem Hund gegeben. Der hat sie aber nur verbudelt – für schlechte Zeiten. Dann wurde das ganze Fell Stück für Stück mit einem Messer vom Fleisch getrennt. Als das ganze Fell abgetrennt war, wurde der Rest mit einem Stück Holz abgebrannt. Dann konnte die Ziege ausgenommen werden. Die Blase war noch gut gefüllt, wurde abgetrennt und ins Feld geworfen. Leider mussten wir dann los und haben die Ziege erst wieder gesehen als sie klein geschnitten in den Kasan geworfen wurde.

Wir sind dann zu einer Wanderung mit Sabir-absi, Rinart-absi, Waldemar, Muslim-absi, Ilmira-apei, Yulduz, Salavad und Sultan aufgebrochen. Auf einmal musste es sofort sein und Reinhard musste sogar mitten im Rasieren abbrechen und mit halb-rasiertem Gesicht losziehen. Ein paar Meter weiter warteten wir beim Walderdbeeren pflücken auf das zweite Auto, das die Ziege ja noch bearbeiten musste. Warum wir dann schon losfahren mussten, war uns nicht so recht klar.

Wir fuhren an den Fluss Tentek und wanderten ihn ein Stück entlang. Wir wurden von dem erfahrenen Touristenführer Sabir-absi kurz gebrieft, aufzupassen, wo wir hintreten sollen und es klang nach einer recht anstrengenden Tour. Letztendlich waren es ca. 400 m Fußmarsch ohne große Steigung. Unser Ziel war aber wunderschön und wir aßen dort Honigmelone und wieder nasses Brot mit Salz.

Irgendwann kam ein Reiter vorbei. Er bringt regelmäßig Honig von einem Imker ins Dorf. Mit einem Pferd fordert der Weg aber schon ziemliches Vertrauen in das Pferd. Reinhard stand die ganze Zeit mit dem Rücken zu dem herannahenden Reiter und balancierte gerade über die Steine, als das Pferd direkt an ihm vorbei wollte. Waldemar rief Reinhard, der verstand aber nicht so recht was los war und dachte Waldemar wäre hinter ihm und will schnell über die Steine. So gehetzt trat er daneben und landete im Wasser. Zum Glück stürzte er aber nicht komplett in den reißenden Fluss.

Der Honigreiter und Reinhard

Nach einer Weile ging es an eine andere Stelle des Flusses und die anderen angelten. Wer nicht angeln wollte, ging ein bisschen spazieren, hielt seine Füße ins eiskalte Wasser oder flippte wieder Steine. Reinhard war so mutig und ging sogar dreimal kurz baden. Nach einem Picknick ging es zurück – gerade als es anfing zu regnen und zu gewittern.

Wieder zu Hause bereiteten ein paar das Fleisch der Ziege zu und wir entspannten.

Zum Abendessen gab es Sirne (dabei wird das Ziegenfleisch zuerst gebraten und dann lange gekocht) mit Kartoffeln und den heute gefangenen Fisch.

Abendessen wird zubereitet
Abendessen wird zubereitet