17.07.2023
Tanz im Museum
Wir schliefen heute aus. Ungefähr um 10 Uhr gab es erst Frühstück und dann machten wir uns langsam auf den Weg ins Museum von Lepsinsk.
17.07.2023
Wir schliefen heute aus. Ungefähr um 10 Uhr gab es erst Frühstück und dann machten wir uns langsam auf den Weg ins Museum von Lepsinsk.
Die Frau am Eingang kannte Reinhard natürlich. Aber er konnte sich nicht erinnern. Im Museum waren viele Fundstücke aus Lepsinsk ausgestellt – teilweise aus der Steinzeit. Die Fundstücke haben viele Schüler von Lepsinsk gefunden und dann dafür eine gute Note bekommen. Es gab Münzen, Pfeil- und Sperrspitzen, Mahlsteine (einen hat Muslim-absi gefunden und Salavad hat ihn mit in die Schule gebracht) und Grenzsteine aus Zeiten Attilas. Außerdem Nachbildungen von Pfeil und Bogen, Rüstungen und Schwerter. Aus dem Weltkrieg wurden einige Gewehrläufe und Uniformen gezeigt.
Zuerst führte uns eine junge Frau durch das Museum. Sie sprach allerdings wohl recht schlecht Russisch, sodass sie nach einer Weile durch einen älteren Mann abgelöst wurde. Der Mann war früher Geschichtslehrer in Lepsinsk und hat selber dem Museum ganz viele Fundstücke gespendet, die Schüler ihm vorher gebracht haben. Er hatte ganz viel zu erzählen, sodass Reinhard fast nicht zum Übersetzen kam. Er hat uns erklärt, dass in Lepsinsk früher 30.000 Menschen von vielen verschiedenen Kulturen nebeneinander wohnten. Jede Kultur hatte ihr eigenes Gebiet. Es gab Tataren, Kasachen, Kosaken, Chinesen und Russen.
Im letzten Teil des Museums waren etwas neuere Gegenstände aus dem letzten Jahrhundert zu sehen. Unter anderem gab es ein Pathephone (tragbares Grammophon), das sogar noch funktionierte. Der Lehrer kurbelte und spannte so die Feder. Wir hörten einen Walzer und wurden aufgefordert zu tanzen. Leider können wir ja keinen Walzer und so schaukelten wir nur etwas hin und her. Die Frau vom Eingang filmte das Ganze natürlich und schickte den Film Yulduz.
Danach sind wir noch ein bisschen durch den Ort spaziert, an Yulduz’ Schule vorbei und zur Ruine einer Kirche. Als Yulduz noch ein Kind war, stand sie noch, aber irgendwann wurde sie gesprengt. Vor etwa einem Jahr stand noch ein Teil, der nun aber auch einem Brand zum Opfer gefallen ist.
Abends ging es dann wieder los zu einer kleinen Wanderung. Zuerst gingen wir noch einmal zu der Baumschule. Sie züchten hier verschiedene Tannen, die Äpfelbäume, die hier in den Bergen wachsen, und viele andere Bäume. Danach ging es weiter zu einer heiligen Quelle. Wir lernten hier ein Essen kennen, das Yulduz aus ihrer Kindheit kennt: Weißbrot wurde mit dem heiligen Quellwasser getränkt und mit Salz bestreut. Es war tatsächlich ganz gut. Während wir da saßen, kam eine Pferdeherde mit ganz vielen Fohlen vorbei. Die Pferde sind alleine unterwegs und kennen den Weg nach Hause.
Das finde ich hier generell so beeindruckend: Kühe, Hühner, Pferde und Co. laufen hier komplett alleine durch das Dorf und grasen, wo es ihnen gefällt. Und irgendwie landen sie abends wieder daheim.
Im Ort frei herumlaufende Pferde
Auf dem Rückweg kamen wir wieder bei Sabir-absi vorbei, der uns natürlich gleich wieder zum Essen einlud. Heute gab es Schaschlik. Lecker! Und ein Gericht, das ich hier unbedingt mal essen wollte. Die Frau von Sabir-absi sang uns ein deutsches Lied vor und wir hörten verschiedene Musik.
In der Zwischenzeit kamen Muslim-absi und Waldemar von der Imkerei nach Hause und wir aßen ein drittes Mal zu Abend. Danach gingen wir noch kurz in die Banja, um uns zu waschen.