Fahrt nach Lepsinsk
Da Rinart-absi nur heute gut Zeit hatte, uns in die Berge zu fahren, ging es doch heute schon los. Ein Cousin von ihm war lange Zeit verschwunden und wurde nun tot aufgefunden. Deshalb musste Rinart-absi am Montag dafür etwas regeln und fuhr uns heute schon hin. Wir packten also unsere Taschen und starteten gegen 12 Uhr.
Es war wieder super heiß im Auto, aber Irina hatte uns nasse, kühle Handtücher mitgegeben, sodass wir uns ein wenig abkühlen konnten. Zunächst ging es wieder über die Autobahn. Wir kamen an einem Gebiet vorbei, dass ca. 2013 aufgrund eines Dammbruchs komplett zerstört wurde, wobei viele Menschen und Tiere starben. In unseren Nachrichten haben wir nichts davon gehört und auch jetzt nichts dazu gefunden. Da damals viele Häuser gleichzeitig von Menschen aus ganz Kasachstan errichtet worden sind, sehen sie alle gleich aus.
Als nächstes machten wir einen kleinen Abstecher nach Sarkan / Sarkand, Reinhards Geburtsstadt. Von dem Haus, dass sie früher bewohnten, stehen heute nur noch die Wände. Leider hatten wir nicht die Zeit, dort anzuhalten oder auszusteigen.
Die beiden kleinen Fotos von Reinhards damaligem Haus wurden uns später noch geschickt.
Dann ging es weiter in die Berge. Die Landschaft ist hier wunderschön: bunte Blumenwiesen, grüne Hügel, Schafe, Kühe, Pferde, Jurten in der Ferne, Flüsse und tolle Aussichten.
An einem wunderschönen Ort mit Fluss, großen Felsen und vor allem Schatten machten wir Rast und picknickten. Das war ganz nach meinem Geschmack. Einen kleinen Spaziergang machten wir auch noch den Fluss hinauf, zu Steinen, die aussahen wie Kobras.
Und dann ging es auch schon weiter über die Felder. Teils wirbelten wir so viel Staub auf, dass wir die Fenster schließen mussten – bei nicht funktionierender Klimaanlage. Wir mussten durch Flüsse hindurchfahren und Schafherden von der Straße vertreiben.
Gegen 18 Uhr kamen wir in Lepsinsk an. Der Hof ist wie ein Drei-Seiten-Hof aufgebaut. Links des Tors das Haupt- / Wohnhaus, in der Mitte die Sommerküche mit Lagerräumen, rechts weitere Lagerräume und eine Banja (= Sauna). Aktuell ist Reinhards Cousine Yulduz alleine zu Hause. Nach einem kurzen Essen starteten Rinart-absi und Waldemar zur Imkerei.
Wir drei machten noch einen kleinen Spaziergang. Weit kamen wir allerdings nicht, ein paar Häuser weiter trafen wir auf die Familie von Sabir-absi, die uns gleich zum Essen einluden. Es gab Plov und natürlich Tee und Gebäck. Neben Sabir-absi, seiner Frau und uns dreien saß dort noch ein Ehepaar, das die beiden besuchte, die beiden Kinder und ein Enkelkind von Sabir-absi und drei Arbeitskollegen von Sabir-absis Tochter mit am Tisch.
Nach dem Essen begleiteten uns die Arbeitskollegen und Sabir-absis Tochter auf unserer Wanderung. Es ging zu einer nahegelegenen Baumschule. Die drei Arbeitskollegen waren richtige Stadtkinder und fanden auch alles so interessant wie wir. Auf dem Weg begegneten wir einer interessanten Schafherde. Die Schafe waren mit Rindern gepaart, grunzten aber wie Schweine. Warum man das macht, wurde uns nicht klar. Sie sind wohl auch anfälliger für Krankheiten. An unserem Ziel angekommen, machten wir ein Foto für Instagram und traten unseren Rückweg an. Die Baumschule selber würden wir uns am nächsten Tag nochmal zu dritt anschauen, da es inzwischen schon recht dunkel war. Wir drei hatten aber dennoch nicht genug vom Wandern und spazierten noch etwas weiter durch den Ort.