Ausflug zum Salzsee Rai
Heute ging es früh los – um 5 Uhr klingelte unser Wecker. Wir wollten zu einem Salzsee, etwa 3-4 Stunden Fahrtzeit entfernt. Dort würden wir auch die nächste Nacht übernachten. Die Fahrt war sehr abwechslungsreich. Der erste Teil war auf einer Autobahn – zuerst zweispurig, dann aufgrund einer Baustelle lange einspurig. Neben der Baustelle sind sogar Häuser für die meist chinesischen Arbeiter gebaut worden. Danach ging es auf einer teils asphaltierten, teils geschotterten Berg- und Talstraße weiter. Zum Schluss fuhren wir durch Sand.
Am See angekommen, bauten wir unser Zelt – optisch angelehnt an eine Jurte – auf. Es ist ein recht hohes sechseckiges Zelt, das auf allen Seiten Fliegengitter hat und je nach Sonnenstand kann man die einzelnen Seiten schließen. Wir haben einen großen Wasserkanister, eine große Thermoskanne, eine Kühlbox aus Styropor, viel Essen und vier Campingstühle mit Tisch dabei.
Das Wasser des Sees ist warm, da es aus einer warmen Quelle gespeist wird. Der Untergrund ist teils matschig, teils voller harter Salzkristalle. Ich denke, das liegt daran, da der Wasserstand heutzutage wesentlich geringer als früher ist. Im Wasser fühlt sich die Haut glitschig / ölig an. Wenn man dann allerdings trocknet, kristallisiert das Salz auf der Haut und die Haut wird steif.
Wenn man im Wasser die Füße hochhebt, zieht es den Hintern richtig nach oben und man macht Toter Mann. Schwimmen kann man in dem See nicht wirklich. Rinart-absi hat uns sogar verboten, bäuchlings im Wasser zu liegen, da man so leicht das Gleichgewicht verlieren und der Kopf unter Wasser geraten kann. Wir haben es trotzdem immer mal wieder probiert und man muss schon etwas um das Gleichgewicht kämpfen. Aber es ist sehr schön, sich da einfach rücklings treiben zu lassen.
Inzwischen ist es super heiß und wir vegetieren so in unserem Zelt vor uns hin. Ich schreibe meine Eindrücke in mein Tagebuch, die ich dann später hier in diesen Blog übertragen m.
Irgendwann haben wir dann beschlossen, zu einem Süßwassersee zu fahren. Ob wir es bis dorthin schaffen würden, war jedoch nicht sicher, da der Sand auf dem Weg dorthin sehr weich war. Mit immer wieder kleinen Umwegen schafften wir es dann doch.
Auf dem Weg stoppten wir noch kurz an einem Denkmal für Rai..., einer Sagengestalt. Rai… war krank, hatte einen Ausschlag und wurde daher aus ihrem Dorf vertrieben. Sie wollte sich in dem Salzsee ertränken, aber der See spuckte sie wieder aus. Sie versuchte es mehrere Tage lang, aber der See spuckte sie immer wieder aus. Nach dem sie es viele Mal versucht hatte, war sie von ihrer Krankheit befreit. Sie blieb an dem See wohnen, bis sie viele Jahre später dort verstarb.
Auch der Süßwassersee war viel kleiner als noch vor zwei Jahren. So gab es nur eine Stelle, an der wir an den See herankamen. Und an dieser Stelle war schon ein Angler. Er war aber so nett, seine Angel kurz herauszuziehen, damit wir uns kurz das Salzwasser abspülen und uns erfrischen konnten. Rinart-absi und Waldemar versuchten auch zu angeln, waren aber erfolglos. Wir bekamen aber einen Tipp für einen tieferen See.
Also machten wir uns über die Sanddünen dorthin auf den Weg. Hier konnte man nicht bis an den See heranfahren und wir mussten uns noch ein wenig durch das Gras und Gestrüpp kämpfen. Waldemar war an diesem See sehr erfolgreich und angelte sieben Fische. Sogar Reinhard ließ sich überreden, warf die Angel ein paar Mal aus und fing dre Fische. Auch ich probierte mein Glück ein paar Mal, war aber, wie auch Rinart-absi, nicht erfolgreich.
Danach ging es wieder an den Salzsee und zu unserem Zelt zurück. Rinart-absi und Waldemar bereiteten uns das Essen vor: Fischsuppe mit dem selbst gefangene Fisch, Lauchzwiebeln, Kartoffeln, einer Fischsuppen-Gewürzmischung dazu Brot, Tomaten und Gurken. Es war sehr lecker, aber aufgrund der vielen kleinen Gräten anstrengend zu essen. Danach gab es natürlich auch hier Tee mit Süßigkeiten.
Der Sternenhimmel war beeindruckend. Rinart-absi erklärte uns die Regel, wie man vom Großen Bär (= Großer Wagen) den Polarstern findet. Die Milchstraße war toll zu sehen und bis an den Horizont waren Sterne zu sehen.